Der Verein

Gründung

Im Jahre 1969 wurde das Orchester unter dem Namen "Schülerblas­kapelle Werneck/Ettleben" von Peter Blum gegründet. Peter Blum, den es durch die Kriegswirren aus seiner Heimat Ungarn nach Unterfranken verschlagen hatte, übernahm auch die Ausbildung aller Musiker und Musiker­innen. Schon 1973 hatte das Orchester eine Stärke von 50 Musikern erreicht, der Musikverein Werneck wurde gegründet und das Orchester bekam den Namen "Jugendblasorches­ter Werneck".

Erste Wertungsspiele

Das Orchester entwickelte sich schnell zu einem hervorragen­den Klang­körper und konnte bereits im Jahr 1974 erstmals an Wertungs­spielen des Nordbayerischen Musikbundes teilneh­men, wo es auf Anhieb in der Höchst­stufe einen 1. Rang mit Auszeichnung erreichte. Bei nationalen und internationalen Wettbewerben erzielte das Jugend­blasorchester beacht­liche Erfolge, z.B. die Silbermedaille beim Weltfestival "Musikolym­piade" in Kerkrade/Holland. 1979 erspielten sich die Musiker beim "Welt­festival für Musik und darstellende Kunst" in Wien bei den Wertungsspielen den 1. Preis und waren daraufhin auf Einladung des Generalsekretariats der UNO und des österrei­chischen Bundeskanzler­amtes eine Woche zu Gast in Wien und zugleich teilnehmendes Orchester bei der Eröffnung der UNO‑City. 

1995 übergab Peter Blum dann aus Altersgründen den Taktstock an seinen Sohn Heinz Blum. Seit dem Jahr 2000 leitet die Dirigentin und Diplom-Musik­pädagogin Tanja Berthold sehr erfolgreich das Orchester.

Auftritte

Das Orchester nimmt seit 1974 jährlich an ein bis zwei Wertungsspielen teil. Außerdem sind zwei Konzerte zur festen Tradition geworden: Zum einen (seit 1970) das Schlosskonzert im Schlosspark des Balthasar-Neumann-Schlosses in Werneck und zum anderen (seit 1971) das Dreikönigsfestkonzert in Werneck, das sich bei Musikliebhabern großer Beliebtheit erfreut. Dabei erstreckt sich das Repertoire des Orchesters von der Klassik bis zur Modernen, von Symphonischer Blasmusik, neuzeitlichen Kompositionen, Musical- und Filmmelodien bis hin zu Walzer und Marsch. 

Neben diesen beiden traditionellen Konzerten präsentiert sich das Orchester auch jährlich an Weihnachten und Ostern im Gottesdienst. Seit einigen Jahren fungiert die Bläserphilhar­monie Werneck auch als Testorchester für die Dirigenten­prüfungen des Nordbayerischen Musikbundes.

Bläserphilharmonie

Im Jahr 2003 erfolgte die Namensänderung von "Jugendblas­orchester Werneck" zu dem jetzigen Namen "Bläserphilhar­monie Werneck". Dies wurde vor allem deshalb nötig, da das Orchester schon seit Jahren nicht mehr in der Kategorie "Jugendblasorchester" an den Wertungsspielen teilnehmen konnte. Zudem musizierten mittlerweile immer mehr "ältere" Musiker im Orchester, die sich nicht mehr ganz mit dem Namen identifizieren konnten.

Zurzeit musizieren in der Bläserphilharmonie rund 80 Musiker und Musikerinnen im Alter von ca. 15 bis 45 Jahren sehr erfolgreich. Die junge Dirigentin Tanja Berthold versteht es hervorragend, die Musiker durch ihre Fachkompetenz und ihr überaus großes Engagement zu immer neuen Höchstleistung­en anzuspornen.

Weitere Erfolge

Beim 9. Bayerischen Landesmusikfest in Bamberg im Jahr 2002 erreichte das Orchester beim internationalen Vergleich in der Höchststufe das Prädikat "mit ausgezeichnetem Erfolg" und erhielt damit das beste deutsche und zweitbeste Wertungsspielergebnis überhaupt – punktgleich mit dem Symphonischen Blasorchester aus Moskau. 

Im Jahr 2003 erspielte sich die Bläserphilharmonie Werneck beim Bundes­bezirksmusikfest in Volkach erneut die höchste Auszeichnung in der Höchststufe und erreichte von allen teilnehmen­den Höchststufenorchestern die höchste Punktzahl. 

2005 nahm das Orchester beim 10. Bayerischen Landesmusikfest in München teil und erreichte beim internationalen Orchesterwettbewerb einen hervor­ragenden 5. Platz und auch im Jahr 2007 konnten die Wernecker beim Bundesmusikfest in Würzburg einen 6. Platz im internationalen CISM-Wettbewerb abstauben.

Erstes Musical

Im Jahr 2004 feierte die Bläserphilharmonie Werneck ihr 35‑jähriges Bestehen auf ganz besondere Art und Weise, nämlich mit der Aufführ­ung des Kindermusicals "Der kleine Riese Gernegroß" von Edith Nothdorf. In der neunmonatigen Probephase wurde mit einem extra dafür gegründeten Kinderchor und Jugendchor das Stück einstudiert. Die Kos­tüme wurden geschneidert, das Bühnenbild und die Kulisse entworfen und gebaut und und und ... 

Dass sich dieser enorme Aufwand gelohnt hatte, bewies der tosende Applaus der 1500 Zuschauer. Begeistert von dem Teamgeist im Musikver­ein Werneck zeigte sich auch Frau Barbara Stamm, die die Schirm­herrschaft übernommen hatte.

2014 folgte dann zum 45‑jährigen Jubiläum ebenfalls mir großen Erfolg das Kindermusical Tabaluga.

Nicht nur Philharmonisches

Teamgeist und Gemeinschaft sind im Musikverein Werneck sehr wichtig. Deshalb werden immer wieder außermusikalische Aktivitäten angeboten. Zeltlager, Schafkopfabende, Fußball­spiele sowie sogar ein einwöchiger Wanderurlaub in Berchtesgaden haben die Musiker zusammengeschweißt. Auch der Nachwuchs kommt dabei nicht zu kurz. Neben der Bläser­philhar­monie Werneck gibt es im Musikverein Werneck auch zwei Miniorchester für die allerkleinsten, die erst ungefähr ein bis zwei Jahre ein Instrument erlernen, und auch ein Nach­wuchs­orchester (das jetztige Jugendblasorchester), das von Manfred Weth geleitet wird. Im Laufe der Jahre hat die Bläserphilharmonie weitere musikalische Ensembles im privaten Rahmen hervorgebracht, wie z.B. Quintessenz oder das Wanderblech.

Und noch eine Besonderheit gibt es: Die Schlagzeuger des Musikvereins Werneck haben sich zu einer Sambagruppe mit dem Namen "Bateristas Loucos" (zu deutsch: Die verrückten Schlagzeuger) zusammengeschlos­sen und treten u.a. beim alljährlichen Sambafestival in Coburg auf.